9. Mai 2015 18:00:00

Ausstellung «OLED – Licht der Zukunft?»

© OLED DesignLab, Institut Integrative Gestaltung der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel, HGK/FHNW




OLED – Licht der Zukunft? AUSSTELLUNG VOM 10. MAI BIS  18. OKTOBER 2015 Gewerbemuseum Winterthur


Ob als Beleuchtung in Wohn- und Arbeitsräumen, ob als Stimmungslicht oder Medium im szenografischen Umfeld – OLED hat das Potenzial, zukünftige Beleuchtungskonzepte zu verändern. Im Gegensatz zu den her­kömmlichen Punktlichtquellen wie den Glühbirnen oder den gewöhnlichen Leuchtdioden (LEDs) wird OLED gleichmässig in Form sehr dünner Flächen oder Folien erzeugt. Das weiche, flächige Licht eröffnet Designern, Innenarchitekten und Architekten neuartige Möglichkeiten der Gestaltung mit Licht und birgt ein grosses und vielversprechendes Entwicklungsvermögen in sich. Die Ausstellung erlaubt einen Blick auf das heute bereits Machbare, gibt Auskunft über den aktuellen Entwicklungsstand dieser neuen Technologie und erkundet gleichzeitig mögliche Zukunftsszenarien. Ergänzt wird sie mit den wegweisenden OLED-Produkten, die der renommierte Lichtdesigner Ingo Maurer seit 2004 bis heute entwickelt und gestaltet hat.


Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich eine Forschergruppe im OLED Design Labor vom Institut Integrative Gestaltung der HGK/FHNW Basel mit Anwendungen der neuen Lichtquelle. Denn OLEDs sind noch viel mehr als nur eine neue Lichtquelle: Sie werden als leuchtendes Material wahrgenommen und bieten überdies die Möglichkeit, Oberflächen in Räumen und an Objekten neuartig zu gestalten. OLEDs (= organic light emitting diode) bestehen aus organischen Halbleiterschichten, die als Moleküle zwischen zwei Elektroden aufgedampft werden. Unter Strom gesetzt, leuchten diese Schichten gleichmässig hell und das angenehme diffuse Licht ist stufenlos dimmbar. OLEDs sind heute schon effizienter als Glüh- und Halogenlampen; und in naher Zukunft wird ihre Lichtausbeute gar noch besser, sodass sie eine ernstzunehmende Alternative zu den aktuellen Leuchtmitteln werden. Und schliesslich können OLEDs, die zum grössten Teil aus Glas bestehen, unbedenklich entsorgt werden und sind ökologisch vorteilhafter als bisherige Lichtquellen.


Trendforscher reden heute schon von dereinst leuchtenden Tapeten und OLEDs, die Lichtquelle und Fenster zugleich sind: Nachts soll die Fensterscheibe grossflächig leuchten und tagsüber in durchsichtigem Zustand das Sonnenlicht in die Räume hereinlassen. Doch zwischen den Visionen und dem aktuell technisch Machbaren klafft derzeit noch eine deutliche Lücke und es sind noch viele Fragen offen: Welche konkreten Anwendungen sind heute möglich und welche werden in Zukunft denkbar sein? Zu welchen neuen Beleuchtungskonzepten in Räumen oder im Zusammenspiel mit Objekten führen diese dünnen, hellen und wenig Energie verbrauchenden Flächen? Wie können die OLEDs mit intelli­genten, interaktiven Steuerungen genutzt werden? Und schliesslich werden OLEDs nur handwarm und können unmit­telbarer mit anderen Materialien verbaut werden – welche Möglichkeiten eröffnet diese Eigenschaft für den Entwurf neuer Leuchten?


OLED – Licht der Zukunft? gibt Einblick in die laufenden Arbeiten des OLED Design Labors. Dort werden diese Fragen behandelt, dort wird mit OLED experimentiert und nach Lösungen gesucht. Die Entwürfe, Prototypen und interaktiven Installationen widmen sich dem aktuellen Potenzial von OLED als Lichtquelle und zeigen, welche gestalterischen Möglichkeiten sich eröffnen. Die Ausstellung spricht Innenarchitekten und Designer, Architekten und Lichtgestalter ebenso an wie interessierte Laien, die wissen möchten, wie diese neue Technik in unseren Alltag gelangen wird. Ergänzt werden die Arbeiten des OLED Design Lab mit einer Sammlung der wegweisenden Prototypen und Produkte aus OLED, die der international renommierte Lichtdesigner Ingo Maurer (DE, *1932) seit 2004 entworfen hat. Als erster Designer überhaupt hat dieser kontinuierlich mit den jeweils aktuellen OLEDs Leuchten entwickelt und gestaltet.


Das OLED Design Labor vom Institut Integrative Gestaltung der Hochschule Gestaltung und Kunst Basel (HGK/FHNW) unter der Leitung von Ralf Michel und Ulrich Bachmann erforscht gemeinsam mit Partnern aus der Industrie, dem Engineering und dem Designbereich (Philips AG Lighting Schweiz, Lumiblade OLED Lighting, Inventron AG, iart ag, Gewerbemuseum Winterthur, Studio Hannes Wettstein, Prof. Werner Baumhakl) das Innovationspotenzial von OLEDs experimentell und sie entwickeln neue Lichtanwendungen und -steuerungen. Das Projekt wird von der Eidgenössischen Kommission für Technologie und Innovation KTI gefördert.